Jun
01
2015

Connichi 2014 vs. Dokomi 2014

Confaito

Ich will mal einen Versuch starten, die beiden Conventions Connichi und Dokomi zu vergleichen. Denn beide gehen in andere Richtungen. Die Connichi gilt als die grösste deutschlands und DIE Fansubbercon schlechthin, Dokomi ist für den hohen Anteil der Cosplays bekannt. Was sie sonst noch zu bieten haben, versuche ich aufzulisten.

Ich versuche zuerst die Fakten darzulegen. (Kein Anspruch auf Vollständigkeit. :D) Ich vergleiche zwar die 2014-Ausgaben, nehme aber bei Gelegenheit auch Bezug auf frühere Veranstaltungen, oder im Falle der Dokomi auch aktuellere.

Kurze Erklärungen zu einigen Fachbegriffen im Voraus:
Doujinshi: Selbst hergestellte und veröffentlichte Produkte (Comics, Musik etc.)
NND: Nico Nico Douga (das YouTube von Japan)
Utaite: HobbysängerInnen
Odorite: HobbytänzerInnen
Anisong: Animelieder

  • Preis:
  • Die Connichi dauert drei Tage und kostet im günstigsten Fall 47 Euro (15,67 Euro pro Tag).
    Dokomi dauert nur zwei Tage und kostet mindestens 27 Euro (13.5 Euro pro Tag).
    Im Ticket der Connichi ist aber auch die Benutzung des öffentlichen Verkehrs inbegriffen. Ein nicht zu vernachlässigender Pluspunkt. Das macht die Connichi demnach pro Tag günstiger als die Dokomi.

    Hinzu kommen aber noch andere Kostenpunkte. Allen voran die Unterkunft. Da ist Kassel seit einigen Jahren um einiges teurer. Bis 2011 konnte man noch für rund 80 Euro ein gutes Hotel in guter Lage für zwei Nächte bekommen. 2012 wurde dann plötzlich alles ca. 50% teurer. Für unter 100 Euro kriegt man kein anständiges Hotel in der Nähe der Con.
    Düsseldorf ist da um einiges günstiger. Auch gute Hotels nicht allzu weit von der Dokomi kriegt man ab 30 Euro die Nacht. Düsseldorf hat als Grossstadt viel mehr Hotels, da wirken sich die paar Tausend Dokomigänger anscheinend (noch?) nicht gross auf die Preise aus.

    Anderweitige Kosten klammere ich mal aus (Essen etc.), da diese meinem Empfinden nach sehr ähnlich sind.

    In Punkto Preis gewinnt also klar die Dokomi. Vorausgesetzt, man nimmt ein Hotelzimmer. Sonst kosten beide Cons ähnlich viel.

  • Lage/Umfeld/Location:
  • Viel näher kann man am Mittelpunkt Deutschlands in Kassel wohl kaum sein. Die Stadt ist auch gross genug, um alles zu haben, was man braucht. Sowohl mit dem öffentlichen Verkehr als auch mit dem Auto ist Kassel gut zu erreichen.
    Düsseldorf ist nicht so in der Mitte wie Kassel, aber trotzdem sehr gut zu erreichen. Hier nehmen sich die Städte nichts.

    Der Kongresspalais in Kassel ist ganz schick und hat einen grossen Garten, der aber wegen der vielen Besucher trotzdem immer rappelvoll ist. Der Garten bietet jedoch eine anständige Kulisse für Cosplayfotos. Auch einige Treppen/Gänge/Hallen sind schöne Hintergründe. Das recht noble Hotel Ramada grenzt gleich ans Palais an, und dort finden auch einige Programmpunkte statt. Der kleine Biergarten bzw. das kleine Café ist auch erwähnenswert, wenn auch nichts Grossartiges. Flächenmässig bietet das Kongresspalais laut Website insgesamt rund 8500m² (davon 2800m² nutzbare Ausstellungsfläche innen und 4700m² aussen), aber für die Con ist nicht alles öffentlich zugänglich. Wie viel genau für die Connichi offen ist, konnte ich nicht herausfinden. Aber 8268 Personen dürfen maximal auf dem gesamten Gelände gleichzeitig verweilen.
    Die Säle sind für die Veranstaltungen gross genug (Konzerte, Panels etc.), aber der Händlerraum und die Gänge sind schon etwas zu klein für die vielen Besucher. Insgesamt betrachtet ist das Palais platzmässig nicht sehr geeignet für die Connichi, sowohl drinnen als auch draussen. Das Herumlaufen gestaltet sich mitunter recht schwierig mit den schmalen Gängen und Gehwegen.
    Um das Kongresspalais herum gibt es einige Parkplätze, sind aber sehr verstreut und gehören nicht zum Palais selber. Es ist empfehlenswert, das Auto beim Hotel zu lassen.

    Die Dokomi ist seit wenigen Jahren im Messezentrum Düsseldorf, das ein Riesenkomplex ist! Für die Dokomi wird aber nur ein Teil benutzt, und diese 15’000m² reichen auch völlig aus. Die Gänge und Ausstellplätze sind grosszügig dimensioniert. Der Hauptsaal, welche der Dokomi zur Verfügung steht, könnte aber etwas grösser sein. Bei Grossanlässen ist der Saal schon immer voll. Vor allem bei Konzerten fällt das negativ auf, zumal keine Stehplätze zur Verfügung stehen. Vor den Hallen gibt es eine etwas längere schnurgerade Strasse, die entlang des Rheins verläuft. Sehr schön zum Verweilen und Fotos machen. Als extravagantere Locations gibt es um die Ecke einen Megapark mit wunderhübschen Ecken, inkl. Springbrunngen, schönen Bäumen und japanischem Garten. Da hat Kassel nichts Vergleichbares (in der näheren Umgebung) zu bieten. Für Innenaufnahmen ist das Messezentrum aber ungeeignet, weil es einfach nicht schön aussieht.
    Zahlreiche Parkplätze bietet das Messezentrum gleich vor den Toren der Dokomi zu einem fairen Preis von 5 Euro pro Tag.

    Hier geht der Punkt klar an die Dokomi, auch wenn die Connichi für Konzerte die bessere Infrastruktur bietet.

  • Organisation:
  • Bei den Tickets gibt’s einen grossen Unterschied: Jene der Dokomi sind mit einem Barcode versehen. Beim Rein- und Rausgehen werden die Tickets jeweils gescannt und geschaut, ob sie auch gültig sind. Es werden aber keinerlei Personendaten aufgezeigt, zumal für die Tickets, die man auf der Dokomi selber bezieht, gar keine Daten angegeben werden müssen. Ein Vorteil des Scannens ist, dass die Orga immer genau weiss, wie viele Leute im Gebäude sind. Der Mehraufwand fürs Scannen ist gerechtfertigt und dauert auch nicht so lange.

    Bei der Connichi gibt es ganz normale Karten ohne viel Schnickschnack für alle. Im Gegensatz zur Dokomi kann man im Vorverkauf auch nicht wählen, ob ein elektronisches oder physisches Ticket ausgestellt wird. Alle bekommen physische Ticket. Die Connichi bietet länger existierenden Gruppen auch noch die Möglichkeit für ein vergünstigtes Gruppenticket an, bei der Dokomi gibt es dies nicht.

    Die Dokomi hat (bzw. hatte) noch Probleme mit den Konzerten. In letzter Zeit war es so, dass von vornherein eine beschränkte Anzahl kostenloser Tickets abgegeben wurden. Wer so ein Ticket besitzt, dem soll ein Platz zugesichert sein. Aber ich glaube, das hat nicht immer einwandfrei funktioniert. Hinzu kommt noch, dass auch schon mal zwei grosse Konzerte im gleichen Saal nacheinander stattfanden. Besucher des ersten Konzertes müssen nach der Vorstellung alle raus, und der Saal wird von null auf wieder aufgefüllt. Dabei gibt es keine freie Platzwahl. Man muss einfach immer aufschliessen, Plätze reservieren also nicht gestattet. Damit nicht genug: Es ist auch schon vorgekommen, dass vor Einlass hunderte am einen Eingang anstanden, aber wenige Minuten vor Beginn wurden alle zum anderen Eingang geschickt… Da besteht noch Verbesserungspotential.
    Bei der kürzlich vergangenen Dokomi gab es keine Konzerte mit kostenlosen Karten. Aber wie es aussieht, hat sich die Koordination der Schlangen verbessert. Z.B. kreuzten die Warteschlangen oft die Gehwege und hinderten somit den Gehfluss. Dieses Problem wurde nun durch gekennzeichnete Warteschlangenbereiche ausgemerzt.

    Seit letztem Jahr hat die Dokomi ein neues Finanzierungsmodell eingeführt, ganz nach dem Modell der Crowdfundingplattformen wie Kickstarter. Man kann mehr bezahlen als den Normalpreis, bekommt dafür aber lukrative Extras. (z.B. Stickerheft mit den Maids oder VIP-Pass mit Vorzugseintritt zu den Konzerten) Bei der Bestellung kann jeder (auch die Normalpreisbezahler) auswählen, was einem wichtig ist. U.a. ob das Angebot mehr Konzerte oder mehr Kultur enthalten soll. Die Auswertung für das aktuelle Jahr ergab für die ersten drei Plätze folgende Resultate:

    1. Japanisches Essen
    2. Japanische Mangaka
    3. Gaming

    Meiner Ansicht nach trifft die Dokomi damit den Nerv der Zeit und schlägt so die richtige Richtung ein. Sie kann fast nur gewinnen. Es wird zu 99,9999% Mehreinnahmen geben, und sie erhält ein genaueres Bild davon, in welchem Bereich sie das Geld investieren muss.

    Auch wenn die Dokomi noch lange nicht perfekt ist, bekommt sie den Punkt dank des Crowdfundings.

  • Zeitpunkt:
  • Connichi ist Mitte September, Dokomi im Mai oder Juni (bisher immer an Pfingsten, 2016 aber nicht). Da ist es offensichtlich, dass die Dokomi in der Regel das bessere Wetter hat. Alles in allem aber kein entscheidender Faktor, zumal die Connichi selten wirklich schlechtes Wetter hatte. Kein Punkt für beide.

  • Workshops:
  • Allein die Tatsache, dass die Connichi drei Tage dauert, sollte klarmachen, dass sie mehr Workshops anbieten kann als die Dokomi. Die Themenauswahl ist dabei auch sehr breit. Cosplays nähen/bauen, Japanisch lernen, Teezeremonie, Fotografie und vieles mehr kann man auf der Connichi in einem Workshop näher kennenlernen. Wenn es die Gäste anbieten, werden auch gästespezifische Workshops angeboten. Letztes Jahr waren dies u.a. ein Zeichenworkshop mit der Mangaka Higuri You oder ein Kotoworkshop mit Kikuchi Naoko.
    Die Dokomi bietet aber auch genug Workshops an, die besuchenswert sind. Neben den Standardsachen wie Cosplays, Zeichnen, Japanisch und Fotografie, gab es letztes Jahr auch einen fürs Synchronisieren. Dieses Jahr wurde zusätzlich noch ein DJ-Workshop mit DJ Sharpnel angeboten. Nur die japanische Kultur kommt bei den Workshops auf der Dokomi nicht so zur Geltung wie auf der Connichi.
    Bezüglich Qualität kann ich keinerlei Aussagen machen, da ich abgesehen von diesem Jahr auf der Dokomi noch keinen einzigen Workshop besucht habe. Das Bisschen Erfahrung aus diesem Jahr genügt aber keineswegs für eine Beurteilung. (Aber der Form halber: Ich habe einen Workshop über Schnittkonstruktionen besucht. Es wurde einfach eine zweistündige Powerpointpräsentation abgehalten, wobei ich nach der ersten rausgegangen bin.)

    Punkt für die Connichi.

  • Händler, Aussteller etc.:
  • Connichi hatte 29 Händler, 20 Aussteller, 6 Fänstände, 29 Stände im sogenannten Manga-Markt sowie 3 Kleinstverläge.

    Auf der Dokomi waren letztes Jahr 53 Stände in den Händlerräumen anwesend, 117 Stände in der Zeichnerallee, 26 Stände in der Fashion Area sowie 23 bei den Fanprojekten. Dieses Jahr waren es jeweils 66 – 169 – 35 – 29, in allen Belangen ein markanter Anstieg.

    Die Bezeichnungen der Bereiche ist mir persönlich nicht ganz klar. Die Übergänge sind teilweise auch fliessend. Z.B. war auf der Connichi der Good-Smile-Company-Stand unter Aussteller, obwohl sie auch Merchandise verkauft haben. Bei der Dokomi ist es klarer mit den Bezeichnungen. Natürlich sind bei den Ständen in der Fashion Area auch Händler darunter, aber die verkaufen halt nur Textilwaren oder ähnliches. So oder so sind auf der Dokomi insgesamt viel mehr Stände vorhanden. Dies hat natürlich auch mit dem Platzangebot zu tun. Andererseits ist die Dokomi auch die Doitsu Komikku Maaketto, sozusagen das deutsche Pendant zur Comiket. Insofern sind mit weit über 100 Ständen die Doujinshizeichner sehr zahlreich vertreten.
    Aber beide Conventions bieten genug Händler, Aussteller und Zeichner an. Sei es Figuren, Dakimakuras, Zeichnungen oder Cosplayzubehör: Bei beiden findet man das entsprechende Angebot.

    Da die Dokomi aber viel mehr Stände hat, geht der Punkt an sie.

  • Ehrengäste/Showacts:
  • Nun zu einem der wichtigsten Punkte. Ohne spezielle Gäste ist eine Convention keine richtige Convention. Hierbei gehe ich nur auf die japanischen Gäste ein.

    Connichi 2014:

      Japanische Gäste
      Yamaga Hiroyuki (Animeproduzent, Regisseur, Präsident von Studio GAINAX)
      Koyama Shigeto (u.a. Designer und Keyanimator)
      Wakabayashi Hiromi (u.a. Konzeptdesigner)
      Iwakami Atsuhiro (Animeroduzent)
      sushio (u.a. Keyanimator)
      Shimamoto Kazuhiko (Mangaka)
      Higuri You (Mangaka)
      Toshihiro Yuuta (Taikospieler)
      Kikuchi Naoko (Kotospielerin)
      Nagareda Project (Band)
      Oda Kaori (Sängerin)
      Sanada Asami (Seiyuu)
      Sakurai Takamasa (u.a. Buchautor)

    Lange Liste mit einigen bekannten Personen. Darunter ist wohl die Mangaka Higuri You die bekannteste. Nagareda Project, Yamaga Hiroyuki und Oda Kaori könnte man vielleicht auch noch kennen, man müsste aber schon etwas in der Szene bewandt sein. Die anderen kennen meiner Meinung nach nur Hardcorefans, die sich wirklich für die jeweiligen Bereiche interessieren.
    Aber die Leute aus der Animeindustrie finde ich sehr interessante Gäste, auch wenn ich die auf der Con (leider) alle verpasst habe. Es ist zwar kein Urobuchi Gen darunter, aber trotzdem ansehnlich. Vor allem sushio (Character Designer bei KILL la KILL) und Iwakami Atsuhiro (u.a. Produzent von Oreimo, Fate/Zero, SAO) hätte man vieles fragen können.
    Die einzige Seiyuu, Sanada Asami (s. Video unten), ist keine megabekannte, aber viele werden ihre Stimme schon gehört haben (u.a. Sawa-chan in K-ON! und Vita in Nanoha). Aber ihr Panel war um 10 Uhr morgens… ╯°□°)╯︵ ┻━┻

    Im Bereich Musik war die Con 2014 nicht so hochkarätig. Oda Kaori (erstes Video unten) ist zwar Teil von FictionJunction, aber sonst eher unbekannt. Nagareda Project (zweites Video unten) kennen wohl sehr viele, sind auch coole Jungs, aber kein Megaact. Bemerkenswert sind aber die Taiko- und Kotovorführungen (drittes und viertes Video unten). So was sieht man selten in Deutschland.

    Der Vollständigkeit halber auch alle anderen Gäste:

      Deutsche Gäste/Showgruppen
      Sabine Bohlmann (Synchronsprecherin)
      René Dawn-Claude (Synchronsprecher)
      Anette Potempa (Synchronsprecherin)
      Ulrike Jenni (Synchronsprecherin)
      Back on Stage (österreichische Musicalgruppe)
      Para Para Connection (Musicalgruppe)
      Kira Kira Hikaru (Musicalgruppe)
      Mocchi Complexx (Musicalgruppe)
      Serenata (Musicalgruppe)
      Horo (Musicalgruppe)
      Ongaku no Kara (Band)

    —————————————

    Dokomi 2014:

      Japanische Gäste
      Akiakane (Zeichnerin und Utaite)
      HachioujiP (VOCALOID-Musiker)
      Itou Kanako (Sängerin)
      Yuimino+ (Idolband)
      Kamen Liar (Odorite)
      Miume (Odorite)

    Alle japanischen Gäste der letztjährigen Dokomi werden wahrscheinlich nur Fans der jeweiligen Szenen kennen. Aber daraus sind es Topacts!
    Wenn man sich mit den Tanzvideos aus der Odorite-Szene auf NND beschäftigt, kennt man Miume einfach.

    HachioujiP (#8PrinceP) gehört vielleicht nicht gleich zu den Top 3 der VOCALOID-Szene, aber er ist mein absoluter Fav und in der Szene sehr bekannt! Er besitzt auch einen Majorvertrag.

    Itou Kanako kennen viele aus dem Opening von Steins;Gate.

    Yuimino+ waren schon öfters in Deutschland, regelmässige Conventiongänger könnten die zumindest vom Namen her kennen, aber wirklich bekannt sind sie weder hier noch in Japan. Ich habe die letztes Jahr zum ersten Mal erlebt, und live sind die HURENMEGAGIGASUPERHYPERULTRAAFFENGEIL! Positiv überrascht worden.

    Akiakane (erstes Video unten) und Kamen Liar (zweites Video, mit den langen Haaren) kannte ich auch nicht, aber als Fan von beiden Szenen begrüsse ich solche Gäste so oder so.

      Deutsche Gäste/Showgruppen
      Daniela Winkler/FuXx/Horrorkissen (Mangaka/Sängerin)
      Natalie Wormsbecher (Mangaka)
      Inga Steinmetz (Mangaka)
      Mikiko Ponczek (Mangaka)
      Anna Hollman (Mangaka)
      KHAOS (Mangaka)
      Patrick Keller (Synchronsprecher)
      Andreas Neuenkirchen (Buchautor)
      K!seki (Musicalgruppe)
      Dango (Musicalgruppe)
      Tsubomi (Coversängerin)

    —————————————

    Der Vergleich der japanischen Gäste zeigt eines eindeutig: Connichi setzt eher auf Leute aus der Anime- und Mangaindustrie. Sie ist eher was für Anime-/Mangaotakus, welche sich für Personen hinter den Werken interessieren. Daneben gibt es meistens noch etwas typisch Japanisches im Bereich Kultur zu geniessen (Taiko, Koto, Shamisen).
    Dokomi geht neuerdings klar in Richtung Doujinshikünstler. 2014 war sie die Convention für Otakus, die sich für Utaites, Anisongs, Idols, Odorite, VOCALOID-Musiker interessieren; klar breitbandotakuhaft. Die Frage ist, ob sie das so beibehält. Dieses Jahr war das Showprogramm nicht ganz so breit ausgelegt, aber die Richtung wurde beibehalten. Allgemein ist vom Programm her also die Dokomi breiter ausgelegt, wohingegen die Connichi gezielter vorgeht.

    Musikalisch hatte die Connichi in der Vergangenheit hin und wieder einen Megaact zu bieten (May’n, BACK-ON! oder dieses Jahr angela), aber das kommt auch nicht regelmässig vor. Der grösste Musikact der Dokomi wird wohl nano gewesen sein. Bezeichnend ist dabei, dass nano als Utaite angefangen hat und erst später Profimusikerin wurde.
    Noch kurz etwas zu den deutschen Showgruppen: Connichi hat viel mehr, aber meistens sind das Schauspiel- oder Musicalgruppen. Selten sind Gesangsgruppen oder -personen zu finden, wie beispielsweise Tsubomi oder dieses Jahr Sankaku auf der Dokomi. Beide übrigens sehr sehens-/hörenswert. Die Dokomi bietet seit wenigen Jahren auch eine kleine Bühne für noch unbekanntere/kleinere Acts an. Dieses Jahr z.B. für Cho Loveless, die mich positiv überrascht hat.

    Welche Convention nun die „besseren“ Gäste hat, hängt von den Präferenzen ab. Connichi hat mehr, Dokomi sind meiner Meinung nach spezieller. Für mich bietet hier die Dokomi das bessere Angebot. Auch hier kommt das Crowdfunding zu tragen, das für die Zukunft einiges hervorbringen kann.

    Subjektiver Punkt für Dokomi.

  • Spezielle Programmpunkte:
  • Die Connichi bietet als einzigartige Programmpunkte den Nudelschlürfwettbewerb und den WCS Contest (World Cosplay Summit Contest) an. Das Nudelschlürfen ist immer sehr sehenswert und lustig. Ich bin alle Jahre wieder erstaunt, wie schnell man so ein Cup Noodle „essen“ kann.
    Als die Fansubcon Deutschlands schlechthin zeigt die Connichi sowohl sehr viele Animes der Fansubber als auch offizielle Subs von Crunchyroll und Konsorten in kleinen Videoräumen. Zusätzlich gibt es noch einen AMV-Contest. Dabei werden im Hauptsaal die AMVs auf der Grossleinwand vorgeführt. Dieser Contest ist IMMER bis auf den letzten Platz voll. Ich bin kein Fan von AMVs, dewegen blieb ich in den letzten Jahren dem Contest fern. Aber wie ich das mitbekommen habe, sind die meisten AMVs nicht so gut. Alle paar Jahre mal ein guter.

    Zusammenfassend:

    Nudelschlürfwettbewerb
    Animevorführungen
    WCS Contest
    AMV Contest

    Dokomi trumpft in Sachen Cosplaywettbewerb „nur“ mit der deutschen und der europäischen Cosplaymeisterschaft auf. Der prozentuale Anteil Cosplayer ist auf der Dokomi aber höher als auf der Connichi. Was die Connichi jedoch nicht hat, ist das Maid- und Host-Café, das sich grosser Beliebtheit erfreut. Beim Maid-Café muss man jedoch eine Wartezeit von mindestens einer Stunde einberechnen, beim Host-Café ist Warten ein seltener Fall. Bei letzterem sind aber auch Reservierungen möglich.
    Dann gibt es noch die amüsante Charakterversteigerung, wo sich Leute versteigern können. Das Geld kommt jedes Jahr einer anderen gemeinnützigen Organisation zu Gute. Wie viel vor zwei Jahren für ein paar Maids ausgegeben wurden, weiss ich nicht mehr. Letztes Jahr waren es 850 Euro, dieses Jahr immerhin noch 600 Euro. Alles in allem wird die Charakterversteigerung von Jahr zu Jahr lustiger und lebhafter. Eine Folge davon ist, dass immer mehr Geld zusammenkommt. Eine Win-Win-Win-Situation.
    Die Dokomi veranstaltete letztes Jahr zum zweiten Mal einen kostenpflichtigen Cosplayball. Es gibt jeweils ein Thema, und die Cosplays sollten dazu passen. Beim Ball wird dann zu klassischen und lateinamerikanischen Klängen standesgemäss getanzt. (Walzer, ChaChaCha etc.) Sehr schöne Idee, die auch gut ankommt. Tickets waren jeweils immer ausverkauft. Auch zu erwähnen ist der Dance Off Contest, der natürlich sehr gut zur Dokomi passt. In Japan ist die Szene der Odorite, ähnlich der Utaite, auf NND riesig. Das Niveau der Tänzer auf der Dokomi ist erstaunlich hoch, was mich ziemlich überraschte. Alle Tänze der diesjährigen Dokomi hat unser Dex auf YouTube geupped:

    Zusammenfassend:
    Deutsche Cosplaymeisterschaft
    Charakterversteigerung
    Dance Off Contest
    Euro Cosplay
    Cosplayball
    Maid-Café
    Host-Club

    In Punkto Abendunterhaltung boten die letzten Jahre beide eine eigene Disco an. Letztes Jahr legte u.a. Hachiouji-P auf der Dokomi auf, daneben gab es noch andere DJs. Die DJs der Dokomi sind auch richtige DJs, die eigene Remixes und Sets erstellen, und nicht einfach nur J-/K-Pop-Hits runterlaufen lassen, wie das bei der Connichi der Fall ist. Das hat aber auch zur Folge, dass die Disco der Dokomi kostenpflichtig ist, jene der Connichi nicht. (Falls man ein Connichiticket besitzt.)

    Eindeutiger Punkt für die Dokomi.

    —————————————

    Fazit:
    Die Dokomi gewinnt in meiner Auflistung mit nur einem Verlustpunkt. Auch wenn die Connichi bei den nicht ganz eindeutigen Entscheidungen den Punkt bekommen würde, hätte sie das Nachsehen. Habe vor dem Schreiben des Artikels nicht mit so einem klaren Verdikt gerechnet.
    DOKOMI FTW!

    Schlusswort:
    Dank des Crowdfundings hat die Dokomi dieses Jahr nano für ein richtiges Konzert mitsamt Band nach Deutschland holen können. Es war zwar nicht Teil der Dokomi selber, aber durch sie entstanden. Die letzten Jahre brachten auch anderweitig neue Programmpunkte hervor (Cosplayball und Dance Off Contest). Und die Connichi? Nada. Connichi geht nicht ganz mit der Zeit. Sie scheint den Fokus lediglich auf die Ehrengäste zu legen. Dokomi bietet immer mehr Fanbeteiligung an, ohne die Ehrengäste zu vernachlässigen. Sie ist somit besser für die Zukunft aufgestellt.

    Wären beide Cons börsenkotierte Untenehmen, hätte die Connichi als grössere Unternehmung den höheren Marktwert, der aber stagniert oder eine leichte Tendenz nach unten aufweist. Dokomi wäre ein aufstrebendes Unternehmen mit steigenden Cashbeständen und einer gut gefüllten Produktpipeline, die grosses Potential für die Zukunft birgt. Oder vereinfachend ausgedrückt: Connichi ist Microsoft und Dokomi ist Google von vor 10-12 Jahren.

    Autor: Fruechtechorb in: | Erstellungszeit: 22:52 Uhr | Kategorien: Cons, Frolumne | |

    Keine Kommentare »

    RSS feed for comments on this post. TrackBack URL


    Leave a Reply

    Design: TheBuckmaker.com WordPress Themes