Jun
04
2015

Konzertreview: BABYMETAL in Zürich

BABYMETAL-Tour 2015

BABYMETAL ist auf grosser Welttournee, da bin ich natürlich irgendwo dabei. Vor allem, wenn sie sogar in die Schweiz kommen. Das hätte ich niemals erwartet und war bis Konzertbeginn skeptisch, ob das so eine gute Idee war.
Um mich kurz zu fassen: Es war abartig, brutal und krank!

Die Schweiz ist bekanntlich sehr klein, und wie viele BABYMETAL-Fans hier sind, konnte ich nicht abschätzen. Mir sind an einigen vorangegangenen Konzerten zwar hier und da welche begegnet, aber das waren sehr wenige. Jedenfalls kam BABYMETAL nach Zürich ins X-Tra, das keine reine Konzerthalle ist, sondern auch ein Klub mit Restaurant und Hotel. Maximale Kapazität: rund 1800. Mein Furendo Fugo-Metal von babymetal.de hat mir noch einen kurzen Bericht vom Strassburger Konzert gegeben, das zwei Tage zuvor stattfand. Hätte ich seine Schilderungen nicht gehabt, hätte ich den Megaflop des Jahres in Zürich erwartet.
Ausnahmsweise ging ich recht spät zur Location, weil ich keine grosse Schlange erwartet habe. Das war dann auch der Fall. Zweimal eine 10 Meter lange Schlange, eine für die VIP-Tickets eine für normale. Es wurde zwar angekündigt, es steht, wo man sich als VIP-Ticketbesitzer hinstellen soll, aber das war natürlich nicht der Fall. Ich war dann auch prompt in der falschen Schlange, konnte aber ohne Probleme kurz die Abschrankung überqueren, als der Einlass etwas verspätet begonnen hatte.
Drinnen war wie immer ein kleiner Merchandisestand, diesmal lediglich mit T-Shirts, Sweatshirt, Baseballcap und dem europäischen Album. Ich hab mir nur ein Sweatshirt gekauft. Ich stellte mich dann noch mal in eine Schlange für den Eintritt in die Halle an. Insgesamt waren es maximal 50 VIPs, also recht bescheiden. Während des zweiten Mals Warten wurden wir auch noch von einem Kameramann gefilmt. Bei Einlass stürmte der Grossteil so schnell wie möglich in die Halle, ich ging ganz ruhig rein und stellte mich in die dritte Reihe zentral vor der Bühne. Es folgte erneutes Warten, das Konzert fing erst über eine Stunde später an. Währenddessen wurden zwei mit kleinen Leuchtkörpern versehene Ballone rumgepasst (ähnlich wie die Leuchtsticks), um sich die Zeit zu vertreiben. Von den Boxen lief standesgemäss Metalmusik, aber im Gegensatz zu London gab es in Zürich kein Chorgesang. Stimmung war verhalten gut. Ganz amüsant fand ich einige recht junge Mädchen, die zum ersten Mal ein BABYMETAL-Konzert besucht haben und total ausser sich waren. So cute~
Mit der Zeit füllte sich die Halle ganz langsam und meine Bedenken schwanden mit jedem dazu gestossenen Fan. Bei Konzertbeginn war die Halle voll (der kleine Balkon war aber geschlossen), die Stimmung schwappte ruckartig um und mit dem ersten Gitarrenriff vom klassischen Opener BABYMETAL DEATH ging der Wahnsinn los. Wie immer drückten die hinteren Reihen sofort nach vorne und kleine Leute wie ich mussten erst mal dafür sorgen, nicht zerdrückt zu werden. Der Moshpit gleich hinter mir war schon nach wenigen Sekunden im vollen Gange. Es war bombastisch, gewaltig und einfach nur abgefahren geil!!! Non-stop Moshpit, und wenn die Zeit dafür war, auch eine Wall of Death. Einmal stand einer auf die Schultern seiner Kumpels und stach so aus der Masse heraus. War noch kewl anzusehen. Wie ich das beurteilen konnte, brach auch niemand vor Erschöpfung zusammen oder ähnliches, was in London der Fall war.
Für einmal waren recht wenige Smartphones im Einsatz, um alles zu filmen. Der subtil eingebaute Hinweis in London zeigte also Wirkung, was mich sehr erfreute.
Wie bei allen anderen Konzerten war die erste Reihe stets mit bekannten Gesichtern gesäumt, und die sind in der Regel immer recht ruhig da vorne. 20cm hinter ihnen geht die Welt unter, und sie lehnen sich gemütlich an die Bande.
Soundtechnisch hab ich mir sagen lassen, dass in Strassburg der Gesang kaum zu hören war. Dies war in Zürich auch der Fall. Fand ich total strange, hab ich bisher noch nie an einem BABYMETAL-Konzert erlebt. Rest des Sounds war top, mir fiel wenig bis kein Übersteuern auf, Bass, E-Gitarre und Drums kamen awesome zur Geltung, Lautstärke war noch im Rahmen. Aber das mit dem Gesang trübte den Genuss schon ein wenig. Dass die Mädels durch die lange Tour nicht mehr laut genug singen können/dürfen, kann ich mir nicht vorstellen. Nayo, gibt Schlimmeres.
Setlist war die zu erwartende. Ich nehme mal an, seit London spielen sie es immer gleich durch.

Babymetal Death
Iine!
Uki Uki ★ Midnight
Akumu no Rondo
Onedari Daisakusen
Catch Me If You Can
Akatsuki
4 no Uta
Megitsune
Doki Doki☆Morning
Give Me Choco!!
Ijime, Dame, Zettai

Encore:
Headbanger!!
Road of Resistance

Wie anfangs erwähnt war das Konzert wirklich abartig, brutal und krank! Hätte niemals damit gerechnet, dass es in der Schweiz auch so abgehen kann, wobei natürlich wie immer viele internationale Fans anwesend waren. Ein nettes Detail, das mir aufgefallen ist: Der Bassist liess sich eine kleine Schweizer Fahne auf den rechten Hinterkopf malen. Kleine aber feine Geste. Noch kewler war aber nach der Zugabe der Drummer: Er warf einfach mal seine Sticks in die Menge.

Nyu, überraschenderweise hat sich mal wieder bestätigt, dass JEDES BABYMETAL-Konzert die tödliche Ekstase darstellt. Ticket für das kürzlich angekündigte Konzert in Berlin hab ich mir schon gesichert. Aber um ehrlich zu sein: Die jetzige Tour ist schon sehr ausgedehnt. Aber ich will mich mal nicht allzu sehr beschweren.

BABYMETAL Zürich 4

Autor: Fruechtechorb in: | Erstellungszeit: 23:15 Uhr | Kategorien: Frolumne, Review | |

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