Dez
16
2010

Frolumne #2: An der Uni

Schon folgt eine Fortsetzung meiner Kolumne. Diesmal geht’s um etwas, worüber ich schon immer was schreiben wollte, weil’s mich riesig nervt. Nein, nicht die Uni selber, sondern Dinge, die ich dort so beobachtet habe. Wird teilweise sicher auch an anderen Unis der Fall sein.

Wo fange ich an; bei der Vorlesung. In der heutigen Zeit führen ja viele Professoren und Professorinnen Vorlesungen mit Folien, die sie mit Programmen wie PowerPoint oder LaTex erstellt haben. Das ist ja schön und gut, ich persönlich mag solche Vorlesungen. Muss da nicht zwingend etwas aufschreiben, und die Folien kann man schön herunterladen. Insofern kann man immer wieder etwas nachschauen, ohne das Risiko zu haben, dass man etwas falsch aufgeschrieben hat. ABER: Nahezu 99,9999% aller Studierenden drucken sich ALLES aus! Da druckt man sich hunderte Folien aus oder lässt sie drucken. Und natürlich alles schön in Farbe, obwohl in der Regel nur Kleinigkeiten oder das Design farbig sind. Und natürlich bedrucken 99,999% (man beachte: NUR drei 9 nach dem Komma!) das Zeugs NICHT doppelseitig! Gawd, wie mich das immer aufregt, wenn ich das sehe. Wenn die Spasten dann auf einer A4-Seite EINE (!) Folie gedruckt haben, bin ich einfach nur sprachlos über deren Dekadenz… Aber meine Erfahrung ist, dass sie immerhin mind. 4 Folien auf eine Seite drucken lassen. Aber die meisten halt trotzdem nur einseitig. Die haben alle zu viel Kohle, ey! Und Ressourcen sparen tut auch heutzutage wohl immer noch niemand… 。゚(゚´Д`゚)゚。

Einhergehend mit solcher Ressourcenverschwendung (ist ja nicht nur das Papier, sondern auch Strom und Tinte) geht das Phänomen mit den Leuchtstiften einher. Wer sich die Vorlesungsunterlagen ausdruckt, markiert alles Wichtige. Manchmal frage ich mich da, nach welchem Prinzip bzw. Prinzipien die ihr Zeugs anmalen, ankreuzen, anfappen etc. Genau genommen ist ja alles wichtig, was in der Vorlesung vorkommt; es ist alles prüfungsrelevant. Ausser solche Sachen wie Beweise oder Herleitungen sind in einem Studium wie meinem nicht relevant. Daraus folgt jedenfalls, dass nach einer Vorlesung ca. 27 Millionen Liter von dieser Flüssigkeit verbraucht wird, die in diesen Leuchtstiften steckt. Die Standardfarbe ist dabei dieses grell leuchtende Gelb, glaube Neongelb nennt man das. Einige haben aber ein Repertoire an Farben, da können sogar viele Mädchen mit ihren Schuhen nicht mithalten! Grasrün, Babyblau, Pinku, Orange, Rot…
Diese Leuchtstiftfanatiker haben aber noch einen anderen, sehr seltsamen Tick, welche wohl durchaus als ein Spiegel der heutigen Gesellschaft angesehen werden kann. Und zwar sieht das so aus:

Der Professor oder die Professorin markiert aus didaktischen Gründen gewisse Wörter auf den Folien, damit man auch weiss, worüber gesprochen wird und wo das auf den Folien zu finden ist. Das hat aber in der Regel nichts damit zu tun, dass das höchstwichtig ist oder so. Das hat rein didaktische Gründe. Aber die Studierenden sind ja folgsame Lämmchen und machen nach, was der/die dort vorne bzw. im Video macht, ohne nachzudenken. Wenn der Professor dann aus didaktischen Gründen die Farbe wechselt, hört man dann hunderte Studis, wie sie den aktuellen Stift äusserst geräuscharm ablegen und mit einer Unmerklichkeit in ihren Sachen rumwühlen, um einen Stift hervorzuholen, der die exakt gleiche Farbe aufweist wie jene, die der Professor/die Professorin benutzt. In einer Vorlesung von mir sieht das mitunter dann so aus:

Der Professor redet über irgendetwas, dann kommt ein Preis P vor. Dann markiert er das entsprechende P auf der Folie, zumal es mehrere Ps gibt. Und so gut wie alle im Saal markieren anstandslos dieses dubiose P. Ich will das arme P nicht beleidigen, aber es ist halt Fakt, dass es wirklich nicht wichtig für das Verständnis ist. Was bringt das jetzt einem, wenn auf einer sonst nicht bzw. vollständig markierten Folie das P markiert ist?! Markiert man nun auch jeden Buchstaben N, weil es der statistisch am häufigsten vorkommende Buchstabe ist?!
Oder wenn mal ein bisschen Text vorkommt, sieht es dann so aus, dass paar lange Markierungen zu sehen sind, welche mit kurzen Lücken der Markierungslosigkeit unterbrochen sind. Da werden gewisse kurze Wörter halt ausgelassen. Ich nehme an, das sind irgendwie Adverbien, Pronomen oder Präpositionen oder so. Wo liegt da der Sinn der Sache? Schlussendlich ist der ganze Text wichtig. Ich seh da den Sinn und Zweck nicht, wenn 15 von 19 Wörtern nun farbig markiert sind. Wenn man das bei der Nachbearbeitung oder beim Lernen anschaut, liest man ja trotzdem alle Wörter… Wenn jeweils nur der Titel oder ein Stichwort markiert wird, find ich das ja in Ordnung und noch sinnvoll, aber sonst… ┐( ̄ー ̄)┌

Als Abschluss noch etwas, das man nicht nur an Unis beobachten kann: Herumstehende Leute an äusserst optimalen Orten.
Ja, das nervt mich auch immer jedes Mal. Man selber will von A nach B. Die Gänge und Treppen haben nun mal ihre physischen Grenzen. Nadelöhre gibt’s auch an allen Ecken und Enden. Aber hey, mir doch wayne, ich steh dort rum, wo ich will, und labere mit meinen 24 Freunden dort, wo ich will! So denken wohl 99% aller Studierenden. Nicht mal Rücksicht auf die Allgemeinheit nimmt man dabei. Nicht an den Wänden oder steht man, nein, MITTEN im Gang! Oder noch schlimmer: Mitten auf der Treppe! FÜGGT EUCH WECH, EY! Da wollen hunderte Studis durch, dann stehen dort 12 Bitches rum und scheren sich einen Scheiss um die anderen, welche nur durchgehen wollen.

Tjoa, Studis halt, ne… Kann ja nicht jeder so imba sein wie ich. ┐(-。ー;)┌

Autor: Fruechtechorb in: | Erstellungszeit: 20:43 Uhr | Kategorien: Frolumne | Tags: |

1 Kommentar »

  • Cyril sagt:

    Studier halt was Ordentliches.
    WiWi ist nun mal ein Fach, wo man mit Ja-sagen und Markern besteht. Und sich bis zum Abschluss den Kleidungsstil anpasst, um dann mit Leuten zu tun zu haben, die auch nie wissenschaftlich gearbeitet haben.

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